Vier Tage, jede Menge Höhenmeter und eine Hüttenkarte, die ihresgleichen sucht: Anfang September machten sich Dominik Gelsheimer, Stefan, Jutta und Marten unter der Führung von Dominik auf den Weg, die östliche Hälfte des Lechtaler Höhenwegs zu erkunden.
Tag 1 – Aufstieg mit Schnapsbelohnung
Nach einer längeren Anreise mit der Bahn ging es von Grins zu Fuß hinauf zur Augsburger Hütte, die wir nach rund 1.300 Höhenmetern gegen 15 Uhr erreichten. Unterwegs begegneten uns freilaufende Pferde, die sich praktischerweise direkt für ein paar Panoramafotos aufgereiht hatten.
Auf der „Augsi“ wurden wir mit einem Begrüßungsschnaps empfangen. Dazu gab es in der warmen Stube einen hervorragenden Kaiserschmarrn. Die kreative Speisekarte mit allerlei humorvollen Details und die herzliche Gastfreundschaft sorgten dafür, dass wir uns schnell wohlfühlten. Nach einer gruseligen Gute-Nacht-Geschichte ging es schließlich ins Lager. Ob danach alle sofort einschlafen konnten, bleibt offen.
Tag 2 – Gipfel, Geröll und kalte Duschen
Am nächsten Morgen starteten wir Richtung Gatschkopf (2.945 m). Oben angekommen erwartete uns ein atemberaubender Blick auf die Lechtaler Alpen, inklusive der Route, die uns in den kommenden Tagen bevorstand.
Danach wurde es anspruchsvoller: Über Geröll und einige Kletterpassagen ging es weiter über die Scharten und Gipfel Richtung Württemberger Haus. Unterwegs konnten wir Steinböcke beobachten und an Bergseen vorbeiziehen. Nach den vielen Höhenmetern freuten wir uns auf die moderne Hütte. Wer allerdings auf eine warme Dusche gehofft hatte, wurde enttäuscht: Die Erfrischung kam draußen direkt aus dem Bach. Immerhin waren wir danach garantiert wieder wach.
Tag 3 – Hochlandrinder und Gipfelglück
Auf dem Weg zur Hanauer Hütte begegneten wir einer Herde Hochlandrinder, die sich gerade in einem See abkühlten. Offenbar hatten auch sie die Temperaturen und Höhenmeter nicht unterschätzt. Wir ließen uns davon nicht abhalten und nahmen zusätzlich noch die Steinkarspitze (2.650 m) mit. So kamen wir auch an diesem Tag auf unsere Gipfel und Höhenmeter, bevor wir den Abend auf der Hanauer Hütte ausklingen ließen.
Tag 4 – Muttekopf und Rodelbahn-Finale
Zum Abschluss stand noch der Muttekopf (2.774 m) auf dem Programm. Nach dem Gipfelerlebnis folgte der lange Abstieg Richtung Imst. Unterwegs begegneten uns Schwarznasenschafe, bevor wir den letzten Teil des Abstiegs etwas beschleunigten: Statt ausschließlich auf unsere Wanderstiefel zu vertrauen, nutzten wir die Sommerrodelbahn für die Talfahrt. Ein würdiger Abschluss für vier Tage in den Bergen!
Mit müden Beinen, vielen Eindrücken und der einen oder anderen Geschichte im Gepäck ging es anschließend mit dem Zug zurück nach München.
Fazit: Vier Tage Lechtaler Höhenweg mit grandiosen Ausblicken, tierischen Begegnungen, anspruchsvollen Bergpfaden und einer Augsburger Hütte, die allein schon einen Besuch wert ist. Danke an Dominik für die Tourenführung und an Stefan und Jutta für die gemeinsame Zeit. Gerne wieder, vielleicht beim nächsten Mal mit etwas wärmerem Duschwasser!
Marten Müller