Zufrieden, eine Skitour gemacht zu haben, geht es weiter nach Obernberg. Dort liegt in allen Expositionen kaum/kein Schnee. Wandern oder Schneeschuhgehen wäre hier die richtige Option gewesen, dafür hat aber keiner die passende Ausrüstung dabei. Also erst mal durchatmen, den ersten Schock verdauen und Abendessen, das hilft immer, besonders bei einer so netten, aufmunternden Truppe. Trotz der suboptimalen Bedingungen haben wir am Abend viel Spaß beim Kartenspiel (Uno mit „wilden Regeln“) und Gesprächen aller Art (von philosophischen Themen bis zu verschiedensten Ansätzen zur Berechnung der Geschwindigkeiten des Skis, abhängig von Reibungswärme beim Fahren, Druck, Skilänge, Größe des Fahrers… - oder ist es doch ganz anders? Fragen über Fragen und viel Gelächter). Keiner muss hungrig ins Bett, denn auch drei Nachspeisen machen satt. Die Entscheidung für die Tour am nächsten Tag steht. Alles bestens.
Nach einem gemütlichen Frühstück, geht es gut ausgeruht zum Ausgangspunkt des Sattelbergs, einer offen gelassenen, früheren Piste, die mehrere Aufstiegsoptionen bietet. Mit dem Testen der normalen Aufstiegsroute wird schnell klar, dass neben der Piste keinerlei Abfahrt möglich ist. So wird es ein Spitzkehren- Übungsmassaker unter dem Motto „Wer als Erster eine Maulwurfsschnauze mit den Skispitzen berührt, hat gewonnen“. Doch dieser darf zum Glück in Ruhe weiter ungestört seine Hügel neben dem Busch-Gemüse bauen…
Vom Gipfelkreuz blicken wir auf die rundherum braun-grünen Täler. Es beginnt zu winden und leicht zu schneien; wir packen die Felle ein und suchen uns einen weißen, fahrbaren Weg zur Sattelberghütte. Hier zeigt sich nochmals kurz die Sonne. Da schmeckt die heiße Schokolade (ja auch hier darf der alkoholische Zusatz nicht mehr „Lumum**“ genannt werden - muss denn Alles immer verändert werden?) und der wunderbare Mohnkuchen doppelt gut. Für die einen reicht das als Tagespensum, für die anderen dient es als Stärkung, um nochmals bis kurz unter den Gipfel aufzusteigen und das Pisten-Feeling ein zweites Mal zu haben.
Für Sonntag ist schlechtes Wetter angekündigt. Wir gehen nochmals die Pistentour am Sattelberg, diesmal ohne Experimente abseits der Abfahrtslinie. Es beginnt heftig zu schneien – die Hoffnung auf den nun doch kommenden Winter funkt wieder auf... Wir gehen die Tour gleich zwei Mal und genießen den Schneezuwachs auf dem Boden. Leider kommt gegen Ende eine Warmfront daher und die Flocken verwandeln sich in dicke Regentropfen. Am Ende sind alle nass bis auf die Haut, aber immerhin konnten wir auf den Lieblingsbretteln noch einmal die Hänge runter schwingen!
Danke an alle der Gruppe, die mit so viel Humor aus den Tagen eine schöne bleibende Erinnerung gemacht haben. Wer darf das schon erleben, dass beim Hochgehen Lieder angestimmt werden und singend aufgestiegen wird? Mir hat´s super gut gefallen.
Yvonne Dechant