© Martin Kuhn

Granatlaune garantiert

Familienabenteuer im Zemmgrund

21.05.2026

Unsere zweitägige DAV-Familientour im September startete bei strahlendem Sonnenschein am Parkplatz Breitlahner. Vor uns lagen 800 Höhenmeter, die dank guter Stimmung und vieler kleiner Entdeckungen erstaunlich leicht zu gehen waren. Die Zillertaler Alpen präsentierten unterwegs ihre geologische Bühne: Die Kalkalpen gehen am Hauptkamm über in massiven Granit, von dem Michael Schwartzkopff uns begeistert die drei Hauptbestandteile erklärte – Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergeß ich nimmer. Ein Merkspruch, der sofort saß.

Unsere kleine Gruppe – zwei Elternteile mit drei noch jungen Kindern – kam gut voran. Michael verstand es, die Kinder spielerisch mitzunehmen: mal durften sie an einem Wasserfall kraxeln, mal an einer Felswand nach ersten Kristallspuren schaben. So wurde der Weg selbst zum Abenteuer.

Schneller als gedacht erreichten wir unser Quartier, die Alpenrosenhütte, da die knapp oberhalb gelegene Berliner Hütte ausgebucht war. Der Abend dort war ein kleines Highlight: klare Luft, die Milchstraße über uns, ein paar Sternschnuppen und diese typische Mischung aus Ruhe, Romantik und der kühlen Schärfe einer frühen Herbstnacht.

Am nächsten Morgen ging es weiter zur Berliner Hütte. Mit ihrer monumentalen Fassade, den holzgetäfelten Räumen und dem Flair eines alpinen Herrenhauses aus dem 19. Jahrhundert beeindruckt sie jedes Mal aufs Neue. Ein kurzer Cappuccino – und weiter führte uns der Weg über Felsen und Gebirgsbäche Richtung ehemaligem Gletschergebiet. Kaum zu glauben, dass das Eis einst fast bis zur Hütte reichte; heute blühen dort Blumen, wo früher blanker Gletscher lag.  

Nach der Überquerung von tosenden Bächen begann im Seitental mit dem Gletscherbach dann das eigentliche Schatzfieber. Zwischen den Steinen funkelten überall Granate, die früher aus einer hochgelegenen Mine herabgelassen und in einer kleinen Mühle aus dem Gestein gelöst wurden. Michael führte uns zielsicher zu besonders ergiebigen Stellen. Die Kinder standen barfuß im eiskalten Wasser, sammelten rote Kristalle, Granatapfelkernen gleich, und strahlten mit der Sonne um die Wette.

Als sich Wolken über dem Hauptkamm sammelten, machten wir uns rechtzeitig auf den Rückweg und kamen zufrieden, müde und voller Schätze wieder im Tal an.

Fazit: Eine kurzweilige, lehrreiche und rundum gelungene Tour. Michael ist ein großartiger Führer, der Kinder wie Erwachsene begeistert und motiviert. Ein echter Geheimtipp im USC – und seitdem sind unsere Kinder endgültig schatz- und bergverrückt.

Martin Kuhn