Die Tour du Ciel ist zwar deutlich weniger bekannt als ihre berühmte Nachbarin, die Haute Route, doch verstecken muss sie sich keineswegs. Die Durchquerung von Zermatt in Richtung St. Niklaus beziehungsweise Val d’Anniviers verbindet abwechslungsreiche Skitouren, beeindruckende Gletscherlandschaften und aussichtsreiche Gipfel zu einem alpinen Gesamterlebnis der Extraklasse. Für unsere kleine Gruppe mit Zeno, Melissa, Dominik und Thomas wurde die Tour zu einer unvergesslichen Woche in den Walliser Alpen.
Tag 1 – Nassstart zur Schönbielhütte
Am 29. April treffen wir uns bereits um 06:30 Uhr am Münchner Hauptbahnhof. Nach einer - wie so oft bei der Deutschen Bahn - verspäteten Anreise erreichen wir nach gut 10 Stunden Fahrt mit Skistiefeln Zermatt und starten gegen 16 Uhr zur ersten Etappe. Über die mittlerweile aufgelassene Talabfahrt gewinnen wir rasch an Höhe. Der Regen, der schon bald beginnt, geht mit zunehmender Höhe in Schneeregen über.
Als wir schließlich gegen 20:30Uhr die Schönbielhütte erreichen, sind wir bis auf die Haut durchnässt. Glücklicherweise sind nur wenige Gäste auf der Hütte, sodass wir den Gastraum nutzen können, um Kleidung und Ausrüstung zu trocknen. Auch kulinarisch meint es das Schicksal gut mit uns: Trotz unserer späten Ankunft bekommen wir noch ein vollständiges 3 Gänge Abendessen serviert. Besser hätte der erste Tag nach diesem holperigen Start kaum enden können
Tag 2 – Matterhorn-Panorama und Pulver am Mont Durand
Der folgende Morgen entschädigt uns für den nassen Auftakt. Strahlender Sonnenschein und ein Paradeblick auf das Matterhorn begrüßen uns beim Frühstück. Die frisch verschneite Bergwelt präsentiert sich von ihrer schönsten Seite. Der Neuschnee und die warmen Temperaturen gehen eine innige Verbindung mit den Fellen ein…
Vom Skidepot steigen wir über die Schlussflanke auf den Mont Durand (3.712 m). Die Aussicht vom Gipfel reicht weit über die vergletscherten Walliser Alpen. Anschließend genießen wir eine traumhafte Pulvernordabfahrt entlang des Glacier du Durand.
Der Tourentag ist damit jedoch noch nicht vorbei. Ein letzter schweißtreibender Gegenanstieg über die steile Seitenmoräne führt hinauf zur Cabane du Mountet auf knapp 2.900 Metern. Die letzten Höhenmeter fordern nochmals alle Reserven, bevor wir die idyllisch gelegene Hütte erreichen und die Nachmittagssonne auf der Terrasse genießen.